Das sichere Fenster

Aktualisiert: 28. März 2018

Unsere Fenster erfüllen viele Anforderungen und entsprechen strengsten Kriterien. Das heisst aber nicht, dass das Fenster automatisch auch einbruchsicher ist.



Der Schutz vor Einbruch muss in der Regel als Option zusätzlich verlangt werden. Die meisten, ungesicherten Fenster können mit einfachem Werkzeug, wie Schraubenzieher, bereits innerhalb von 30 Sekunden aufgebrochen werden. Empfehlenswert sind Fenster ab Widerstandsklasse RC 2 oder RC 2N gemäss DIN EN 1627.

Das Bild zeigt verschiedene Stufen von Widerstandsklassen am Beispiel der Pilzkopfverriegelung von Siegenia. Die Anzahl Schliesspunkte bestimmt auch die Einstufung der Schutzklasse.

RC1

Fenster mit der Einstufung RC 1 bieten nur einengeringen Schutz und bietet Widerstand bei

Aufbruchversuchen mit rein körperlicher Gewalt wie Schulterwurf, Gegentreten, Herausreissen.

RC2

Fenster mit Einstufung RC 2 bieten Schutz vor Gelegenheitstätern welche einfache Werkzeuge wie Schraubenzieher oder Zange zu Hilfe nehmen. Die tiefere Klasse RC 2 N stellt im Gegensatz zur Stufe RC 2 keine Einbruchschutz-Anforderungen an das eingesetzte Glas.

RC3

Fenster mit der Einstufung RC 3 bieten Schutz vor geübten Einbrechern welche auch mehrere Hebelwerkzeuge oder sogar Brecheisen einsetzen.


In einem Youtube-Video der ift Rosenheim werden die wichtigsten Merkmale eines einbruchsicheren Fensters sehr gut erläutert. Quelle: ift Rosenheim


Und wie wird ein bestehendes Fenster sicher?

Für alte Fenster empfiehlt sich eher eine Renovation. Das Fenster sollte immer als Ganzes geschützt werden. Einzelne Teile zu sichern ist zwar möglich, bietet dadurch aber auch nicht einen umfassenden Schutz.

Welche Teile des Fensters sollte man sichern?

  • Die Öffnungs-/Verschlussseite (also dort wo sich der Fenstergriff befindet)

  • Die Bandseite (Scharnierseite)

  • Ein abschliessbarer, geprüfter Fenstergriff gehört ebenfalls dazu

  • Das Glas

Sinnvolle Massnahmen sind geprüfte, einbruchhemmende Nachrüstungen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf Fenster im Unter- und Erdgeschoss, welche leicht zugänglich sind. Natürlich dürfen auch die höher liegenden Fenster im Obergeschoss nicht vernachlässigt werden, wenn sie relativ einfach erreichbar wären. Bei Nachrüstungen unterscheiden wir zwischen Fenster-Stangenschloss, Fenster-Zusatzschloss und Bandsicherungen.

Das Fenster-Stangenschloss bietet den grösstmöglichen Schutz, da es über die ganze Höhe des Fensterflügels wirkt. Auch der Bedienkomfort leidet dabei kaum. Das Fenster mit einer solchen Sicherung kann über einen abschliessbaren Fenstergriff bedient werden. Auch der Fenstergriff sollte die speziellen Anforderungen erfüllen und daher für den Einsatz im Zusammenhang mit Einbruchschutzmassnahmen geprüft sein.

Unseres Erachtens eine schöne und schlichte Lösung bietet der deutsche Produzent Niederhoff & Dellenbusch mit seinem Verschlusssystem. Auf dem Schweizer Markt unter der Bezeichnung Stangenverriegelung DIAMANT bekannt.

Standardmässig ist die Stangenverriegelung SVG von DENI in den Farben Weiss (RAL 9016), Braun (RAL 8077) und Silber EV1 erhältlich. Auch Sonderfärbungen sind bei diesem Produkt möglich. Mit der DENI SVG-Stangenverriegelung lassen sich Fenster mit einer Höhe von 550 bis 3000 mm absichern.


Gibt es Alternativen?

Noch einen Schritt weiter geht einer der Marktführer im Bereich Einbruchschutzprodukte, die Firma ABUS, mit ihrer Produktneuheit. ABUS bietet mit dem Fenster-Stangenschloss FOS650 erstmals eine 3-fache Verriegelung für Fenster.

Das heisst, die Sicherung hat nicht mehr nur oben und unten einen Schliesspunkt, sondern im mittleren Bereich des Fensters befindet sich zudem ein massives Zusatzschloss. Diese Variante bietet sich vor allem für Fenster mit einem Flügel an. Für Doppelflügel-Fenster, beziehungsweise Fenster mit zwei Flügeln, kann das Stangenschloss FOS550 verwendet werden. Beide Systeme sind sowohl für normale Fenster als auch für Fenster-Türen (bis max. 3,10 m) einsetzbar.


Fenster-Zusatzschlösser

Mit Zusatzschlössern lassen sich vor allem kleinere Fenster sehr einfach und effizient sichern. Dabei gibt es verschiedene Ausführungen und Varianten.


Bandseite (Scharnierseite)

Auch nicht vergessen sollte man die sogenannte Bandseite des Fensters. Ein Stangenschloss oder Zusatzschloss sichert sehr effizient die öffnende Stelle des Fensters -dort wo sich der Griff befindet- auf der anderen Seite, beim Drehpunkt, ist es aber immer noch praktisch ungeschützt. Um das zu beheben werden geprüfte Bandsicherungen verwendet. Die Bandsicherung verhindert das gewaltsame Aufdrücken des Fensters. Das Fenster lässt sich von innen aber weiterhin ohne Einschränkung öffnen.



Was ist mit Fenster welche häufig gekippt bleiben?

Für Badezimmer oder in einem Keller kann ein Fenstergitter unter Umständen die bessere Lösung sein. Damit ist auch ein gekipptes Fenster gut geschützt oder das Lüften birgt nicht das Risiko eines ungebetenen Gastes. Der richtige Aufbau des Gitters und eine sichere Verankerung sollten dabei unbedingt beachtet werden. Nur so wird ein allfälliges Verbiegen, Durchsägen oder Wegdrücken des Gitters genügend erschwert.



Gitter an meinem Haus? Niemals!

Je nach Situation kann es aber auch sein, dass die Nachrüstung eins Gitters nicht möglich ist. Aus verschiedenen Gründen wie Erscheinungsbild oder Aussenisolation.

Dann könnte diese Lösung passen: Die Fensterkippsicherung FKS 208 von ABUS ist ein geprüfter Verschluss zur Nachrüstung und schützt auch bei gekipptem Fenster.



Kann mein Kellerfenster auch anders gesichert werden?

Bei Fenster mit Lichtschacht wird in der Regel der Zugang zum Schacht gesichert. Gitterrostsicherungen sollen das einfache Abheben des Lichschachtgitters verhindern. Aber nur stabile Ausführungen können auch massiven Angriffen stand halten. Deshalb lieber etwas mehr investieren. Eine weitere Möglichkeit ist die Nachrüstung eines speziellen Schutzgitters unterhalb der Lichtschachtabdeckung. Damit wird ein möglicher Einstieg in den Schacht selber verwehrt.




Was ist mit den Glasflächen?

Auch bei Glas verlangt der Einbruchschutz spezielle Anforderungen. Für bestehende Fenster empfiehlt sich die Nachrüstung von speziellen Glasschutzfolien. Die transparente Folie wird von innen auf die Scheibe montiert und mit einer sogenannten Randanbindung mit dem Fensterrahmen verbunden um die nötige Stabilität zu erreichen. Dabei muss das betreffende Glas nicht ausgebaut werden, was eine Nachrüstung erleichtert.



Welche Sicherungsmöglichkeiten gibt es sonst noch?

Die Sicherung mittels Sicherheits-Storen sei hier ebenfalls noch kurz erwähnt. Normale Storen bieten keinen nennenswerten Schutz. Allenfalls können Rollläden mit zusätzlichen Verriegelungen einem allfälligen Einbruchversuch entgegenwirken. Für einen optimalen Schutz gibt es auch dafür der Anforderung entsprechende Sicherheits-Storen.



Was ist mit einer Alarmanlage?

Eine Alarmanlage bietet ebenfalls eine gute Möglichkeit um sich vor Einbruch zu schützen. Die Einbruchmeldeanlage wird einen allfälligen Versuch ins betreffende Objekt nicht verhindern können. Die Stärke dieser Art von Absicherung liegt in der Abschreckung. Das Auslösen eines Alarms, oder bereits das Wissen es könnte Alarm ausgelöst werden, kann genügen um einen Einbrecher in die Flucht zu schlagen. Falls nicht, dann wird dem Übeltäter entsprechend Zeitdruck aufgesetzt. Er muss damit rechnen, dass bald die Polizei oder ein privates Interventionsorgan vor Ort sein wird. Aber zum Thema Sicherheit durch eine Alarmanlage werden wir in einem anderen Beitrag noch im Detail informieren. Unser Beitrag „Bin ich vor Einbruch sicher?“ gibt ebenfalls einen kurzen Einblick dazu.




Bildquellen:

ABUS August Bremicker Söhne KG

DENI Niederhoff & Dellenbusch

HAVERKAMP GmbH

SIEGENIA-AUBI KG

TELENOT ELECTRONIC GMBH 

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HÄNNI SICHERHEITSTECHNIK AG

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